Typologien von Mitgliedschafts- und Abomodellen
Dass wiederkehrende Zahlungen in deinem Businessmodell sehr viele Vorteile bieten haben wir bereits u.a. hier besprochen.
In diesem Artikel erwartet dich eine Übersicht mit 6 Ideen, wie und wo du diese einsetzen kannst. Die Übersicht dient dir zur Inspiration und Orientierung, falls du dich auf diesen Pfad begeben möchtest.
Kurz zur Klärung: Wenn ich von Membershipmodellen spreche, beziehe ich dabei auch Abomodelle mit ein. Ich bin der Überzeugung, dass auch Abomodelle Aspekte einer Mitgliedschaft beinhalten sollten, auch wenn es primär um einen Servie oder den regelmäßigen Versand eines Produktes geht.
Community-Mitgliedschaften
Ich mache keinen Hehl daraus: Community-Mitgliedschaften sind auf mehreren Ebenen mein favorisiertes Modell. Bei diesem Modell bist die Person, die primär Menschen zusammenbringt und ihnen eine Plattform bietet. Du musst keine eigenen Produkte entwickeln, außer die Plattform und den Rahmen, in dem man sich austauschen kann. Das ist nicht weniger Arbeit, aber macht (aus meiner subjektiven Brille) mehr Spaß.
Was früher z.B. die Mitgliedschaft im Verein war, gibt es heute auh als Online-Variante. Das Beste daran: Man kann sich mit Menschen connecten, mit denen man in einem bestimmten Thema gemeinsame Interessen oder Ziele hat. Eine Community für TRailrunner, die um die Welt reisen und sich treffen und austauschen wollen? Warum nicht?!
Wenn sie eine Community kuratiert und gut betreut wird, ist die Bereitschaft auch da, einen Mitgliedschaftsbeitrag zu zahlen, denn man bekommt auch einen Service dafür zurück. Bezahlte Communities haben meist ein viel höheres Engagement und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist deutlich größer, da ja auch mehr dafür getan werden kann.
Diese Art der kuratierten Community ist ein Businessmodell, dass aktuell so richtig Fahrt aufnimmt. Wir waren hier vor 7 Jahren mit unserem Citizen Circle Vorreiter, aber der Markt füllt sich so langsam.
Schön am Modell ist auch, dass du viel entspannter mit vermeintlicher Konkurrenz umgehen kannst. Denn ein Kunde kann sich auch für mehrere Communities entscheiden, Kooperationen sind möglich, jede Community hat ihren ganz eigenen Vibe.
Lern-Mitgliedschaften
Was früher Onlinekurse waren, wird heute zunehmend als betreute Kurse mit Austausch unter den Teilnehmer:innen angeboten. Reine Onlinekurse verkaufen sich nämlich nicht mehr so gut. Auch hier ist also das connecten der Mitglieder zentral. Ein Unterschied ist jedoch, dass bei diesem Businessmodell immer noch die Lernplattform im Mittelpunkt steht.
Die Inhalte werden nicht primär von den Teilnehmenen erstellt und ausgetauscht. Du stellst die Inhalte bereit und trittst somit als Dozent:in oder Expert:in selbst in den Vordergrund.
Dieses Modell empfiehlt sich, wenn du eine Expertise hast, die du in Form von Dienstleistungen (Coach, Berater, etc.) bereits verkaufst und du noch eine Möglichkeit suchst, eine Zusatzleistung mit wiederkehrenden Zahlung hinzuzufügen.
Service-Abos
Du bietest einen Service an (z.B. eine Dienstleistung, die sich monatlich wiederholt) und somit kannst du deinen Kunden und Kundinnen Abo-Zahlungen anbieten, so eine Art Service-Vertrag. Diese können dadurch etwas sparen und du hast Planungssicherheit.
Dieses Modell gibt es in der Wirtschaft bei größeren Unternehmen häufig, aber es ist auch im etwas kleineren Rahmen oder für Solopreneur-Kunden etc. anwendbar.
Die Herausforderungen, Kunden im Abo zu halten, Retention zu messen, o.ä. unterscheiden sich von den oben genannten Mitgliedschaften nur geringfügig. Außerdem rate ich auch bei diesen Modellen dazu, einen Austausch unter den Kunden oder ein Gefühl von Gemeinschaft zu schaffen, da dies das beste Tool zur Kundenbindung ist. Es gibt also auch bei diesen Abo-Modellen viele Komponenten, die sehr ähnlich den weiter oben genannten Modellen sind.
Produkt-Abos
Produkt-Abos unterscheiden sich von Service-Abos nur dadurch, dass statt einer Dienstleistung physische Produkte verkauft werden. In der Regel sind das Konsumgüter, bei denen es Sinn macht, dass man sie immer wieder nachbestellt und einem bei solch einem Abo entsprechend regelmäßig neu zugestellt werden.
Solche Abos werden beispielsweise für Lebensmittel, Rasierklingen oder andere alltägliche Dinge wie Zahnpasta angeboten.
Neben der Lieferung des Produkts bieten solche Produkt-Abos auch die besten Vorraussetzungen, um eine Community darum zu kreieren. Wenn du Lebensmittel-Boxen mit Rezepten versendest, können die Abonennten zu Mitgliedern werden, indem sie sich zu den Rezepten austauschen können, oder sogar selbst Rezepte vorschlagen können.
So werden aus Kunden über die Zeit begeisterte Fans, weil sie viel mitgestalten dürfen.
Software as a Service
SaaS-Modelle sind weit verbreitet und wir alle nutzen sie. Eine Software wird dabei nicht mehr wie früher einmalig zu einem höheren Preis gekauft, sondern man schließt ein Abo ab und kann während dieses Abos die Software nutzen. Updates und neue Versionen sind so automatisch mit abgedeckt.
Besonders für Cloud-Software ist das eigentlich schon das Standard-Modell. Was aber bei diesen Modellen nicht so verbreitet ist: Den Austausch unter den Abonennten zu fördern. Hier wird noch viel Potential liegengelassen, die Abonennten zu binden und zu Mitgliedern zu machen.
Beraterverträge
Diese fallen ein wenig aus dem Raster, aber der Vollständigkeit halber sollten wir sie auch erwähnen, da es sich ebenfalls um wiederkehrende Zahlungen handelt und Komponenten in Richtung Membership hier ebenfalls denkbar sind.
Wenn du als Berater unterwegs bist und immer noch nah Stunde oder Tagessatz abrechnest, dann kannst du überlegen, wie du solche Beraterverträge anbieten kannst, das Ganze aber ggf. eher als Membership-Modell ausgestaltest.
Das war es von unserer Seite. Fallen dir noch weitere Modelle ein? Teile sie uns gerne mit und wir ergänzen sie hier.
Übrigens, warum Membership-Modellen die Zukunft gehört, erfährst du in diesem Artikel.